Erfahrungsbericht: KITA-Eingewöhnung

Für alle, die vielleicht gerade mit ihrem Kind vor der KITA-Eingewöhnungsphase stehen und unsicher sind, was auf sie zukommt, schreibe ich meine Erfahrungen zusammen. Da ich selber weiss, wie schwierig es ist, zu diesem Thema im Internet etwas zu finden.

Unsere Tochter Marta haben wir gleich mit 12 Monaten in der KITA angemeldet. Da ich als Papa gerade in dieser Zeit meine zwei Monate Elternzeit genommen habe, begleite ich unsere Tochter während der Eingewöhnungsphase.

Als Eltern stehen wir wohl vor mindestens drei Herausforderungen:
(Man will ja für das Kind nur das Beste!)

  1. Unverständnis bei der Familie, anderen Eltern und der Umgebung, wie wir das Kind schon so klein in die KITA "abgeben" können
  2. Über die KITAs wird Vieles erzählt und gelesen und meistens nicht gerade Positives.
  3. Eigene Zweifel, ob unsere Entscheidung die richtige und beste für unser Kind war.

In dieser Ausgangslage ist es nicht gerade überraschend, dass wir als Eltern sehr empfindlich und sensibel sind, was das Thema KITA und die Eingewöhnungsphase betrifft. Und übrigens, ich bin davon überzeugt, dass unsere Kinder es fühlen können!

Wir haben uns für die Max & Moritz KITA in unserem Ort entschieden. Von der Gemeinde wurde zu einem schon bestehenden Kindergarten für die KITA ein Anbau gebaut. Die Architektur, Ausstattung, Öffnungszeiten, sowie die Administration seitens unserer Gemeinde möchte ich in diesem Bericht nicht weiter vertiefen.
So muss ich mich nicht aufregen.;-)

Die Eingewöhnungsphase verläuft innerhalb von 4 Wochen. In den ersten Tagen ist die Begleitperson immer dabei. Je nachdem wie es läuft, werden ab dem dritten Tag Trennungsphasen (nicht länger als 10 Minuten) geübt. Die Begleitperson geht kurz in ein anderes Zimmer und das Verhalten des Kindes wird beobachtet. Das Wickeln, Trösten und Spielen wird Schritt für Schritt von der Hauptbezugsperson der KITA übernommen. Ab der zweiten Woche wird dann die Trennungsphase ausgedehnt und die Begleitperson verlässt auch mal das Gebäude.
Zu der Eingewöhnungsphase gehört auch das Nachgespräch, in dem beide Seiten ihr Feedback geben können.

Das Konzept und die sehr sensible Ausführung durch die Erzieherinnen finde ich sehr gut und durchdacht. Natürlich reagiert jedes Kind anders. Unsere Marta hat die Eingewöhnungsphase schon nach 2 Wochen erfolgreich abgeschlossen. Es war gar kein Problem für sie vormittags in der KITA zu bleiben und ein Mitglied der "Drei Käse hoch!" Gruppe zu werden. Sie freut sich regelrecht in die KITA.

Meiner Ansicht nach liegt der Erfolg nicht nur an dem Kind, und wie es die Trennung verträgt. Es gibt viele Faktoren und die meisten kann man beeinflussen:

  • schon die Einstellung der Begleitperson (Eltern) ist ausschlaggebend. Das Kind spürt schon, ob die Trennung der Mama/den Papa schwer fällt. Ob das Vertrauen in die Erzieherinnen und die Beziehung zwischen Eltern und Erzieherinnen stimmt. Natürlich muss ich als Begleitperson eine Ruhe ausstrahlen und auch mit den anderen Kindern spielen, bzw. bei den ganzen Ritualen mitmachen. Nur so konnte Marta die neue Umgebung und die für sie neue Situation verarbeiten und akzeptieren.
  • die Erzieherinnen und die KITA-Einrichtung müssen einem zusagen. Deswegen finde ich es extrem wichtig, sich mit den zukünftigen Erzieherinen zu treffen und sich die Einrichtung/Räumlichkeiten/Spielzeuge anzuschauen. Keine KITA hat wohl etwas gegen ein Schnupperbesuch zusammen mit dem Kind.
  • Als Eltern haben wir viele Vorstellungen und Erwartungen an die KITA bei Aktivitäten, Tagesablauf, usw. Lassen wir es doch! Nicht wir gehen in die KITA, sondern unsere Schützlinge und wenn wir das Vertrauen zu den Erzieherinnen aufgebaut haben, sollten wir unsere subjektiven Erwartungen zu Hause lassen...

Und wie haben wir das Vertrauen zu den Erzieherinen aufgebaut?
Wir kennen sie ja kaum...

Das stimmt, das ist bestimmt nicht einfach. Mir persönlich hat das Beobachten der anderen Kinder sehr geholfen. Die Kinder sind sehr ehrlich und spielen nichts vor. Man sieht gleich, ob sich die Kinder mit den Erzieherinnen in der KITA wohl fühlen. Und ja, in unserer KITA ist es so. Wir können bestimmt von einem Glück sprechen!

Ich wünsche allen Eltern viel Kraft und die nötige Lockerheit bei der Eingewöhnungsphase. Unsere Marta ist ein Beweis dafür, dass auch ein Kind mit 12 Monaten, das noch nicht laufen kann und als Begleitperson seinen Papa hat, die Eingewöhnungsphase meistern kann!:-D

PS: Falls Ihr bestimmte Fragen habt, einfach fragen!


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